Hintergrund: Perikarditis ist die Entzündung des Perikards, des das Herz umgebenden Membransacks. Rezidivierende Perikarditis ist die häufigste Komplikation einer akuten Perikarditis und verursacht schwere und behindernde Brustschmerzen. Rezidivierende Perikarditis betrifft einen von drei Patienten mit akuter Perikarditis innerhalb der ersten 18 Monate. Es wurde vorgeschlagen, dass Colchicin bei der Vorbeugung von rezidivierender Perikarditis von Vorteil ist.

Ziele: Überprüfung aller randomisierten kontrollierten Studien (RCTs), in denen die Auswirkungen von Colchicin allein oder kombiniert im Vergleich zu anderen Interventionen zur Verhinderung weiterer Rezidive von Perikarditis bei Menschen mit akuter oder rezidivierender Perikarditis bewertet werden.

Suchmethoden: Wir haben am 4. August 2014 die folgenden bibliografischen Datenbanken durchsucht: Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL, Issue 7 of 12, 2014 on The Cochrane Library), MEDLINE (OVID, 1946 bis Juli Woche 4, 2014), EMBASE (OVID, 1947 bis 2014 Woche 31) und der Conference Proceedings Citation Index – Science on Web of Science (Thomson Reuters) 1990 bis 1. August 2014. Wir haben keine sprachlichen oder zeitlichen Einschränkungen angewendet.

Auswahlkriterien: RCTs von Personen mit akuter oder rezidivierender Perikarditis, die Colchicin im Vergleich zu einer anderen Behandlung erhalten, um Rezidive zu verhindern.

Datenerhebung und -analyse: Zwei Review-Autoren wählten unabhängig voneinander Studien zur Aufnahme aus, extrahierten Daten und bewerteten das Risiko einer Verzerrung. Der erste primäre Endpunkt war die Zeit bis zum Wiederauftreten, gemessen durch Berechnung der Hazard Ratios (HRs). Der zweite primäre Endpunkt waren die Nebenwirkungen von Colchicin. Sekundäre Endpunkte waren die Rezidivrate nach 6, 12 und 18 Monaten und die Linderung der Symptome.

Hauptergebnisse: Wir haben vier RCTs mit 564 Teilnehmern in diesen Review einbezogen. Wir verglichen die Wirkungen von Colchicin zusätzlich zu einem nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikament (NSAID) wie Ibuprofen, Aspirin oder Indomethacin mit den Wirkungen des NSAIDS allein. Zwei vergleichbare Studien untersuchten die Auswirkungen von Colchicin bei 204 Teilnehmern mit rezidivierender Perikarditis und zwei Studien untersuchten 360 Personen mit akuter Perikarditis. Alle Studien hatten eine moderate Qualität für die primären Ergebnisse. Wir identifizierten zwei laufende Studien; Eine dieser Studien untersucht akute Perikarditis und die andere bewertet rezidivierende Perikarditis.Es gab Hinweise von mäßiger Qualität, dass Colchicin Perikarditis-Episoden bei Patienten mit rezidivierender Perikarditis über einen Zeitraum von 18 Monaten reduziert Follow-up (HR 0,37; 95% -Konfidenzintervall (CI) 0,24 bis 0,58). Es wird erwartet, dass nach 18 Monaten die zur Behandlung erforderliche Anzahl (NNT) 4 beträgt. Bei Patienten mit akuter Perikarditis gab es nach 18-monatiger Nachbeobachtung Hinweise von mäßiger Qualität darauf, dass Colchicin das Rezidiv reduziert (HR 0, 40; 95% -KI 0, 27 bis 0, 61). Colchicin führte nach 72 Stunden zu einer größeren Wahrscheinlichkeit einer Symptomlinderung (Risikoverhältnis (RR) 1,4; 95% -KI 1,26 bis 1,56; Evidenz von geringer Qualität). Die Nebenwirkungen waren hauptsächlich gastrointestinal und schlossen Bauchschmerzen und Durchfall ein. Die gepoolte RR für unerwünschte Ereignisse betrug 1,26 (95%-KI 0,75 bis 2,12). Während die Anzahl der Personen, bei denen Nebenwirkungen auftraten, in den Colchicin-Gruppen höher war als in den Kontrollgruppen (9% gegenüber 7%), war die Qualität der Evidenz aufgrund von Ungenauigkeit gering und es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen (P = 0, 42). Es gab Hinweise von mäßiger Qualität, dass die Behandlung mit Colchicin dazu führte, dass mehr Menschen die Behandlung aufgrund unerwünschter Ereignisse abbrachen (RR 1,87; 95% -KI 1,02 bis 3,41).

Schlussfolgerungen der Autoren: Colchicin als Zusatztherapie zu NSAIDs ist wirksam bei der Verringerung der Anzahl von Perikarditis-Rezidiven bei Patienten mit rezidivierender Perikarditis oder akuter Perikarditis. Die Evidenz basiert jedoch auf einer begrenzten Anzahl kleiner Studien. Patienten mit multiplen resistenten Rezidiven waren in keiner veröffentlichten oder laufenden Studie vertreten, und es sind diese Patienten, die am dringendsten behandelt werden müssen.

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