Malaysia ist ein multikulturelles Land mit einer Bevölkerung von derzeit 28 Millionen, von denen etwa 60 Prozent Muslime sind. Der Islam ist verfassungsmäßig die offizielle Religion des Landes, mit der Freiheit, andere Religionen zu praktizieren. Das Scharia-Gesetz in Malaysia gilt nur für Muslime und wird verwendet, um Konflikte im Zusammenhang mit Glaubens- und Familienangelegenheiten zu lösen.

Malaysische Muslime folgen im Allgemeinen der Shafi’e-Denkschule. Moscheen sind Teil der gewöhnlichen Szene in Malaysia und sind ebenso eine kulturelle Ikone wie eine religiöse. Es ist auch die Norm, den Azan (Gebetsruf) fünfmal am Tag über Lautsprecher zu hören. Freitags sind Regierungsbüros und Bankinstitute während der Mittagszeit für das Freitagsgebet zwei Stunden geschlossen.

Der Islam ist ein integraler Bestandteil der malaysisch-malaiischen Kultur, so sehr, dass viele islamische Rituale und Praktiken mit der malaiischen Kultur verbunden sind. Viele Wörter im malaiischen Vokabular sind arabischen Wörtern entlehnt, wie ‚Dunia‘ und ‚haram‘. Es ist auch durchaus üblich, malaiische Frauen hier den Hijab oder das Kopftuch anziehen zu sehen.

Die Ankunft des Islam in Malaysia

Malaysia war seit dem 10. Damals standen die alten malaiischen Königreiche im Norden der Halbinsel noch unter buddhistischem und hinduistischem Einfluss.

Es wird angenommen, dass der Islam irgendwann zwischen dem 13. und dem 14. Jahrhundert n. Chr. über arabische und indisch-muslimische Händler nach Malaysia kam. Zu dieser Zeit wurde die Religion nur von wenigen Auserwählten angenommen. Der Islam verbreitete sich in der Region mit der Ankunft und Bekehrung von Parameswara, einem hinduistischen Prinzen und Singapurs letztem König, der im 15. Während seiner Blütezeit im 15.Jahrhundert CE, Melaka wurde zu einem renommierten Zentrum der Islamwissenschaft. Der Islam blühte auf der Halbinsel im 15. und 16. Jahrhundert n. Chr. weiter auf, was den malaiischen Lebensstil und die Kultur bis heute stark beeinflusste.

Der früheste Beweis für die Ankunft des Islam in Malaysia wurde in Terengganu in Form eines alten eingeschriebenen Steins entdeckt, der lokal als ‚Batu Bersurat‘ bezeichnet wird. Die 1303 n. Chr. datierte Steintafel mit Jawi-Schrift (romanisiertes Arabisch) ist ein Beweis dafür, dass der Islam in der Ostküstenregion der Halbinsel angekommen war, lange bevor Parameswara den Islam annahm.

Weitere Beweise für die Ankunft des Islam in Malaysia sind ein Grab aus dem 15.Jahrhundert und drei eingeschriebene Säulen in Pengkalan Kempas, Negeri Sembilan, sowie kunstvoll geschnitzte Grabsteine, die lokal als ‚Batu Aceh‘ bekannt sind und in den meisten Staaten der Halbinsel zu finden sind. Die Formen und Inschriften der Steine liefern wichtige Hinweise auf die frühe Geschichte des Islam im Land.

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